Mai 062016
 

Das sind wir: 7 Luruper (Trainer nicht im Bild) bei den Deutschen Meisterschaften! Wer hätte das gedacht? Naja, hartes Training zahlt sich eben doch am Ende aus!

von links: Max, Marvin, Tom, Leonard, Henrik, Enis und David

Ein langes Schachwochenende war es, zu dem wir uns am Freitagvormittag am Goethe aufmachten. Untergebracht waren wir im Ferien-Camp Grömitz, das etwas außerhalb der Ortes liegt und dessen Kerngebäude noch in den 30ern als Jugendlager von den Nazis gebaut worden waren. Zumindest aus meiner Sicht war der Standard seither kaum verbessert worden, für 4 Tage aber noch soeben zumutbar. Das Essen war gut, die Turnierorganisation im Wesentlichen auch, selbst wenn es anfangs – für eine Schulmeisterschaft – bizarre Diskussionen darüber gab, ob ein sekündliches Zuspätkommen zur Runde mit dem sofortigen Partieverlust geahndet werden sollte. (Es kam zum Glück nicht dazu.)

Wir starteten als klare Außenseiter vom 17. Startplatz. Nur das Saarland lag etwas überraschend sogar noch hinter uns: In deren Team gab keinen, in unserem mit David immerhin noch einen Vereinsspieler.

In der ersten Runde ging es gegen Bremen, Setzlistenplatz 9, mit einer durchschnittlichen Wertungszahl von 1600. Zur Erklärung: Nur Vereinsspieler verfügen über eine Wertungszahl. David, unser Spitzenmann, hat etwa 2100, was sehr stark ist. Der Durchschnitt liegt in Deutschland etwa bei 1600. Das kleine Wunder geschah: Wie erwartet gewann David am Spitzenbrett, aber auch Henrik an 4 setzte matt und Leonard an 2 hielt ein Unentschieden: 2,5-1,5. Die Freude war groß!

Spannung vor Rundenbeginn Nummer 4 gegen das Carl-Zeiss-Gymnasium aus Jena, Thüringen

Spannung vor Rundenbeginn Nummer 4 gegen das Carl-Zeiss-Gymnasium aus Jena, Thüringen

Die Runden 2 und 3 gegen Bayern und Rheinland-Pfalz gingen indes verloren, und auch Tag 2 begann mit einer Niederlage gegen Jena (siehe Photo).

Erneut war der Ausgang knapp: David gewann seine 4. Partie in Folge und Leo, der ebenfalls ein hervorragendes Turnier spielte, verteidigte sich stark und erfindungsreich. Als seine Gegnerin schließlich Remis anbot, nahm er erleichtert an, hätte aber gerade in diesem Moment die unerwartete Chance gehabt, in Vorteil zu kommen. Schade!

In Runde 5 spielten wir gegen das Schlusslicht aus dem Saarland und gewannen klar mit 3,5-0,5 (drei Siege; nur David gab überraschend ein Unentschieden ab). Es folgte das Prestigeduell gegen unsere sympatischen Namensvettern aus Schwerin (siehe Photo).

Handshake zur 6. Runde gegen das Goethe-Gymnasium aus Schwerin, Mecklenburg Vorpommern

Spannend war’s! David war bald auf der Siegerstraße und auch Leonard an Brett 2 nutzte einen schweren Eröffnungsfehler zu einem Figurengewinn. Obwohl er es noch ein wenig spannend machte, gewann er sicher zum 2-0 Zwischenstand. Enis hatte nach katastrophalem Eröffnungsverlauf zuerst eine verlorene Stellung. Dann aber opferte der Mitspieler in der Hoffnung auf Matt einen ganzen Turm. Enis wollte schon aufgeben, erkannte dann aber die Fluchtmöglichkeit für den König. Leider übersah er im weiteren Verlauf ein Schach, verlor den Turm wieder und damit schließlich die Partie! Nun war es an Henrik, mit einem Remis am 3. Brett den Mannschaftserfolg sicherzustellen, was schließlich gelang.

Damit hatten wir vor der letzten Runde ein ausgeglichenes Punktekonto: 3 Siege zu 3 Niederlagen. Nicht schlecht! Bei einem Sieg in der letzten Runde am Montagmorgen wäre nun sogar eine einstellige Platzierung möglich gewesen.

Start zur 7. Runde gegen Berlin

In der letzten Runde ging es dann gegen Berlin (siehe Photo). David gewann erneut und schraubte seine Ausbeute damit auf 6,5 aus 7 (6 Siege, 1 Unentschieden, keine Niederlage). Auch Leonard an 2 spielte lange gut mit und erreichte schließlich eine bessere Position im Endspiel. Dann aber begann er, „Gespenster zu sehen“, und die bis dahin gut gespielte Partie ging noch verloren. Henrik hatte ebenfalls verloren und Tom, der einen gewissen Vorteil hatte, musste weiterspielen, um wenigstens noch das 2-2 zu retten. Das tat er dann auch, lehnte mutig das Remisangebot des Gegners ab und war nahe am Punktgewinn. Am Ende entschied einmal mehr die knappe Bedenkzeit und die Routine – alle Berliner sind Vereinsspieler – und Tom verlor noch, war aber dennoch zufrieden, ein gutes Spiel gemacht zu haben. So wurden die Berliner verdient 7., wir 13. Hätten wir gewonnen, hätten wir die Plätze getauscht…

Deutscher Meister wurde überlegen die favorisierte Heimschule Lender Sasbach aus Baden mit 13-1 Mannschaftspunkten vor Sachsen und Sachsen-Anhalt (zu den detaillierten Ergebnissen).

Auch ein 13. Platz ist durchaus als Erfolg zu werten, waren wir doch als 17. gestartet. Dem Trainer sind bereits viele Ideen gekommen, was wir bis zum nächsten Jahr noch verbessern können, denn bis auf Henrik und Marvin können alle anderen auch 2017 wieder antreten.

Frank Sawatzki

 Posted by at 6:29 pm

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